Texel

Eine Insel mit viel Abwechslung

Wir waren bereits dreimal auf dieser sehr schönen, abwechslungsreichen und naturbelassenen Insel. Mein Mann war bereits als Kind mehrfach mit seiner Familie auf Texel, weil sein Großvater dort einen festen Stellplatz hatte.

Man kann sich auf dieser kinder- und fahrradfreundlichen Insel nach Herzenslust austoben. Das Wetter spielt dabei nur bedingt eine Rolle. Auch nicht die Jahreszeit. Bis auf den Winter, waren wir jetzt in jeder Jahreszeit auf Texel.

Texel war auch unser allererste Reise mit unserem Wohnmobil. Wir hatten unser Wohnmobil gerade vom Händler abgeholt. Da es der letzte Schultag in NRW vor den Herbstferien war, hatten wir geplant, die beiden Schlüpfküken von der Schule abzuholen und mit ihnen nach Texel zu fahren. Unsere Schlüpfküken wussten allerdings nicht, dass wir ein Wohnmobil gekauft haben, umso größer war die Überraschung und die Begeisterung für die zwei, als wir vor den Schulen standen.

Möwen füttern auf der kurzen Fahrt mit der Fähre

Somit machten wir uns am 8. Oktober 2010 das erste Mal auf großer Fahrt – mit Texel als Ziel. Es war nicht nur für die Schlüpfküken aufregend, sondern auch für uns.

Das Navi brachte uns zunächst bis zur Fähre nach Den Helder. Die Fährüberfahrt dauerte gerade einmal 20 Minuten. Für unser jüngstes Schlüpfküken war dies allerdings Zeit genug, um die Möwen entsprechend zu beschäftigen.

Die Möwen von der Reling aus mit Brötchen zu füttern, hat währende der Fahrt nach Texel vielen Kindern einen heiden Spaß gemacht und die Zeit entsprechend verkürzt. Der Kontakt mit der Fauna (Tierwelt) in dieser Gegend, hat soeben begonnen…

Wegen unserer fehlenden Erfahrung, wie lange man mit einem Wohnmobil unterwegs ist, kamen wir auch erst ziemlich spät auf Texel an. Dies hatte natürlich zur Folge, dass die Campingplätze bereits geschlossen hatten. Unsere einzige Alternative war, dass wir diese Nacht am Leuchtturm in De Cockdorp verbrachten. Grundsätzlich ist es auf der Insel verboten ab 22 Uhr mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen irgendwo zu stehen oder gar zu übernachten. Dieses Verbot gilt bekanntlich für die kompletten Niederlande.

Außer das Licht vom Leuchtturm, hat man dort nichts gesehen. Es war absolut stockduster. Und in dieser unendlichen, gruseligen und tiefschwarzen Dunkelheit, hat mein Mann uns alle „zum Strand“ geschleift, weil er noch frische Luft haben wollte. Die frische Luft, direkt vor dem Wohnmobil, war ihm anscheinend nicht frisch genug. Lieber wollte er „frische Luft“ an einem Strand haben, den man zu dieser Zeit noch nicht einmal erahnen konnte. Ich habe nur noch jeden mit Taschenlampen versorgt, bevor wir, bei einer ziemlich steifen, kühlen Herbstprise zum Strand gegangen. Dieser Spaziergang war mehr als gruselig. Überall merkwürdige Geräusche. Wir wussten auch nicht, ob es Ebbe oder Flut war. Als wir dann, im Schein der Taschenlampe, eine Robbe am Strand gesehen haben, haben wir uns dermaßen erschrocken, dass wir schreiend zurück gerannt sind 😀 . Jetzt hatte mein Mann plötzlich genug frische Luft und war froh, wieder am Wohnmobil zu sein.

Nach einer sehr ruhigen Nacht, sind wir kurz nach dem Frühstück nach einmal zum Strand gelaufen. Es war ein angenehmer, klarer Morgen am Leuchtturm auf Texel. Anschließend habe wir uns auf dem Weg zum Campingplatz gemacht, der am anderen Ende der Insel liegt, also dort, von wo wir gestern herkamen. Nun konnten wir diese schöne, herbstliche Landschaft bei Tageslicht genießen.

Texel Camping Loodsmansduin

Der Campingplatz Loodsmansdiun auf Texel ist ein prächtiger Dünencampingplatz, mitten im Nationalpark von Texel und in Nähe von Strand und Meer. Der recht naturbelassene Campingplatz gefiel uns deswegen, weil dort alles am Ort vorhanden ist (Restaurant,  Supermarkt, Fußball, Tischtennis, überdachtes Schwimmbad, Aussenpoolanlage, etc.). Da dieser Campingplatz, noch nicht Tourismusvereinnahmt ist, ist es auch angenehm ruhig.

Die Plätze sind mit Strom und teilweise auch mit Wasser und SAT ausgestattet. Auf Grund der Dünenlandschaft sind die Plätze nicht ebenerdig. Aber gerade das macht der Flair dieses Campingplatzes auf Texel aus.

Freizeitmöglichkeiten

Ecomare

Ein besonderes Ausflugsziel ist das Ecomare. Das Ecomare ist ein Naturkundemuseum und Aquarium im Südteil der Ortschaft De Koog auf der niederländischen Insel Texel ( 53° 4′ 39″ N4° 44′ 42″ O). Man kommt dort sehr gut mit dem Fahrrad hin.

Das Ecomare ist behindertengerecht, sodass Rollstuhlfahrer hier keine Probleme haben. Haustiere sind allerdings nicht erlaubt.

Im Ecomare-Museum findet man eine anschauliche Übersicht über die Pflanzen- und Tierwelt auf Texel, das Wattenmeer und die Ökologie der Nordsee. Ein Schwerpunkt liegt auf den Seehunden. Besonders für die Seehund Station, bzw. das Kümmern um junge, gestrandete oder verwundete Heuler ist das Ecomare auf Texel bekannt.

Kleine Seehunde, die ohne menschliche Hilfe nicht überleben würden, werden hier so lange aufgepäppelt, bis sie wieder in die Freiheit entlassen und alleine und selbstständig auf Beutejagd gehen können.

Dabei sollte sich jeder Besucher bewusst machen, dass Seehunde Raubtiere sind, die über ein scharfes Gebiss verfügen und sich am liebsten von frischem Fisch ernähren – es ist erstaunlich, wieviel Kilogramm Fisch so ein kleiner Seehund jeden Tag braucht, um bei Kräften zu bleiben und zu wachsen.

Ein besonderes Highlight für die Kinder sind die Fütterungszeiten.

 

Strand und Meer

Nirgends trifft sich Flora und Fauna so stark, wie auf Texel. Vor allem natürlich die Wassertiere, die im Wattenmeer leben.

Am Strand bei den Dünen, kann man viel Tage verbringen ohne dass es langweilig wird. Wenn man genug getobt hat, kann man bei einem kleinen Standspaziergang Muscheln sammeln und sich darauf freuen, was einen am Strand alles erwartet.

Fahrrad fahren

Wo kann man so gut Fahrrad fahren, wie in den Niederlanden? Nirgendwo! Und auf Texel macht das Fahrrad fahren noch mehr Spaß, weil man überall was anderes sieht und die Straßen nicht mit Autos überfüllt sind. Das Land ist flach und gleichmäßig, sodass es auch mit kleineren Kindern nicht zu anstrengend wird.

Man kann am Strand, in Dörfern oder auch durch die Wälder radeln. Texel mit dem Fahrrad zu erkunden ist abwechslungsreich und vielfältig.

Es gibt sehr viele schöne Radwege auf der Insel. Texel hat nicht weniger als 140 Km Fahrradwege und darunter sind wunderschöne Routen. Ein Tipp, ist der Fahrradweg entlang des Wattenmeeres. Hier radelt man auf dem Deich, mit Blick auf das Wasser und begleitet vom trägen Kabbeln der Wellen. Der alte Waalenburgerdijkje zwischen De Koog und Den Burg ist ebenfalls sehr schön. Und den Dünenrand in der Nähe von De Koog und Den Hoorn darf man nicht vergessen. Unterwegs findet man immer eine schöne Terrasse oder ein Café, wo man sich ausruhen kann.

Keine Strecke ist langweilig oder öde, wenn man die Welt mit offenen Augen sieht. Kleine Haltepunkt findet man immer hier und dort. Oder auch nur, wenn man mal Schafe sieht….

Und, wenn man mit öffnen Augen durch die Landschaft fährt, dann findet man sogar noch etwas aus der Nachkriegszeit. Alte Bunkeranlagen sind noch viele auf Texel zu finden.

Eine schöne Strecke mit dem Fahrrad, ist vom Campingplatz Loodsmansduin zum Strand. Auf dem Weg dorthin fährt man die Hoornderslag entlang. Falls man Glück hat, sieht man unterwegs, im Naturschutzgebiet De Muy, freilaufende Galloway Rinder.

Sofern man die Hoornderslag anschließend bis zum Ende durchfährt, gelangt man direkt am Pal 17 und einem wunderschönen Strandabschnitt bei Den Hoorn. Wer Muscheln mag, sollte diese am Pal 17 probieren. Sie sind wirklich lecker, mit den verschiedenen Dips, die dort serviert werden.

An einem schönen Herbsttag, hatten wir Appetit auf Fisch. Fisch an der Küste ist was besonderes. Daher wollten wir uns, mit den Fahrrädern, auf den Weg zur Fischhalle, dem Viscentrum van Beck, in De Kook machen. Dort gibt es die größte, frischeste und beste Fischauswahl auf Texel. Die Fische, werden nur aus dem heimischen und artgerechten Bestand verarbeitet.

Im Wintergarten oder auf der Terrasse erlebt man das echte Texelgefühl: entspannt leckeren Fisch genießen, während die Zeit still zu stehen scheint. Weggeblasen sind Stress, Stau´s und tägliche Einschränkungen. Zeit um zu genießen. Auch die Kinder haben genug Gelegenheit sich dort auszutoben. Kindergerichte, wie z.B. Fischstäbchen, sind natürlich auch erhältlich.

Der Fisch schmeckt dort ausgezeichnet! Ein vorbeischauen lohnt sich allemal!

Nach unserem Mittagessen, sind wir erneut zur Küste gefahren. Dort haben wir dann „Morle“ getroffen. Wir haben ihr sogar das Leben gerettet! 🙂 „Morle“ hat es auch nicht leicht im Leben. Sie ist ständig irgendwelchen Gefahren ausgesetzt. Na ja, ob es wirklich eine „sie“ ist, konnten wir nicht feststellen. Und ihre Sprache haben wir auch nicht gesprochen. Ich weiß gar nicht, ob „Morle“ irgendeine Art von Sprache spricht. Vielleicht „krabbisch“? Auf jeden Fall haben wir „Morle“ in Sicherheit gebraucht, sodass sie in ihrem eigenen Lebensraum sicher zurück konnte.

Wir konnten sie aber nicht zurücklassen, ohne ein Erinnerungsfoto:

„Morle“ wurde fast, von einem unserer Schlüpfküken, unbewusst zertreten. Glücklicherweise haben wir das vorher bemerkt und konnten die kleine Krabbe zurück in ihren artgerechten Lebensraum, der Nordsee, verhelfen. „Morle“ war noch einige Tage ein Gesprächsthema bei uns. Wann können Stadtkinder solchen Tieren mal so nahe sein?

Und dann ist da auch noch De Slufter auf Texel. Das besondere an diesem Naturschutzgebiet ist, dass in dieses Gebiet die Nordsee einströmt. Dadurch wachsen dort nur Pflanzen, die die salzige Nordsee vertragen können. Diese Pflanzen sieht man sonst nirgends. Es ist ein phänomenales Naturschauspiel, wenn dort alles blüht. Dann färbt sich dieser kleine Fleck Natur in ein wundervolles Farbenspiel aus rosa, lila und violett. De Slufter ist vor allem für seinen Strandflieder bekannt.

Und zum Schluss noch ein kleiner Geheimtipp:

Wenn ihr mal richtig tolle Pommes essen wollt, dann müsst ihr unbedingt nach bospaviljoen het turfveld! Das ist eine kleine Pommesbude, mitten in einem Waldgebiet. Dort gibt es die besten Pommes, die man je gegessen hat.

 

 

Unser erster Urlaub auf Texel endete am 14.10.2010. Danach machten wir uns auf den Weg nach Berlin und auch ins Tropical Island. Leider blieb diese Fahrt nicht ohne Blessuren….

Texel ist einfach Erholung pur. Wer auf dieser Insel war, wird sie auch noch weitere Male besuchen. Texel ist so unglaublich abwechslungsreich, dass man es erst verstehen kann, wenn man es erlebt hat!

Bis dann..

Eure_Bianca 2

 

©4reifen1klo.de

 

 

 

 

Posted in Texel.

Ich liebe nicht nur Camping - ich lebe es! Unser Traum ist es, in absehbarer Zukunft, wenn unsere Schlüpfküken alt genug sind um das Nest zu verlassen, im Wohnmobil zu leben und zu arbeiten. Momentan bin ich neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit bei einer Krankenkasse noch als Forschungsbeauftragte am Institut für Kinderentwicklung und zwischenmenschliche Beziehungen. Meine große Leidenschaft sind meine Family, das Kochen und das Reisen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.