Das Elektro-Wohnmobil auf der CMT

Auch in der Wohnmobilwelt ist die Elektro-Mobilität ein gezogen. Die Firma EFA-S hat, auf einer Pressekonferenz der CMT, ihr 1. Elektro-Wohnmobil vorgestellt.

Die EFA-S GmbH (Elektro-Fahrzeuge-Stuttgart) ist ein Spezialist auf dem Gebiet der elektrisch betriebenen PKWs und LKWs. 

Das 1. Elektro-Wohnmobil heißt IRIDIUM. Wenn man bedenkt, das Iridium ein chemisches Element ist, was u.a. für die Umhüllung des Plutoniumdioxid in Isotopenbatterien verwendet wird, was wiederum die thermische Energie des spontanen Kernzerfalls ( hat jetzt nix mit einer Kernspaltung zu tun hat) eines Radionuklids in elektrische Energie umwandelt, ist der Name schon pfiffig gewählt. Na ja, das mal so am Rande…

Jetzt mal zum 1. Elektro-Wohnmobil zurück.

Für das Elektro-Wohnmobil sind bisher zwei Baureihen geplant.

Die eine Baureihe setzt auf die Individuelle Konfiguration. Hierbei baut die Firma Mauerer Fahrzeugbau nach Kundenwunsch das entsprechende Elektro-Wohnmobil. Da sind Kostenmäßig nach oben natürlich keine Grenzen gesetzt.

Die zweite Baureihe bezieht sich dann eher auf uns „Normalos“. Hierzu konnte man zunächst den Wohnmobilhersteller BELA mit ins Boot holen. Das Modell BELA Basis Modell P69 wird zum 1. Elektro-Wohnmobil umgebaut und sind ab sofort bestellbar. 

Folgende Ausstattung ist vorgesehen:

  • Sevel Euro Chassis
  • Aufbau: Baugleich wie BELA  edition P69
  • Teilintegriert mit Einzelbetten und Garage
  • Maße (L/B/H): 6,95m/2,35m/2,95m
  • Gewicht: 4.000 kg
Elektro-Wohnmobil
Iridium

Das 1. Elektro-Wohnmobil hat eine Reichweite vom 300km, je Fahrstil. Es kann sowohl Normal, also mit Haushaltsstrom, als auch mit Schnellstrom, also an jede Stromtankstelle, geladen werden.

Der Akku vom Elektro-Wohnmobil hat eine Akkukapazität von 106 kw/h. Vergleichbar mit einem großen Tesla-Fahrzeug und wiegt satte 800kg. Wieviel Zuladung im Endeffekt übrig bleibt, könnte auf der Pressekonferenz nicht beantwortet werden. Jedoch soll das Akku-Gewicht sich in den nächsten Jahren ändern. Das 1. Handy hat damals auch mehr als 200g gewogen…

Der Unterschied, ob das Elektro-Wohnmobil mit Haushaltsstrom oder Schnellstrom geladen wird, liegt eindeutig in der Ladezeit. Wenn man davon ausgeht, dass der Akku völlig leer ist, dann lädt das Elektro-Wohnmobil am Haushaltsstrom sage und schreibe 30 Stunden. An einer Schnellstromstatioist der Akku nach 2-2,5 Stunden wieder voll. Wie gesagt: Hierbei ist der Akku komplett leer!

Ansonsten hängt die Ladezeit, wie bei jedem anderen E-Fahrzeug, immer von dem eigenen Ladeverhalten ab. Der Akku ist selten ganz leer, somit verkürzt sich auch die Ladezeit.

Die Akkuzellen vom IRIDIUM Elektro-Wohnmobil sind auf „Langlebigkeit“ vom ca. 3.000 Zyklen ausgelegt. Dies entspricht, bei einem typischen Reiseeinsatz des Fahrzeuges, eine Nutzungsdauer von ca. 10 Jahren. 

Und der Preis? Na ja, ganz billig ist der Spaß wirklich nicht und schlägt mit 169.000 € ein kräftiges Loch in die Tasche.

Na klar, kann man jetzt ordentlich auf die Reichweite, dem Gewicht und dem Preis rum meckern.

Ich hatte das Vergnügen, mich mit Reinhardt Ritter zu Unterhalten. Reinhard Ritter ist für die Entwicklung und die Produktion für das 1. Elektro-Wohnmobil verantwortlich. Er hat mir das Fahrzeug, das entsprechende Panel und seine Vision erklärt. Im Gespräch hat man seine tiefe Leidenschaft für das 1. Elektro-Wohnmobil gemerkt.

Das Display-Panel für das Elektro-Wohnmobil, mit allen notwendigen Anzeigen
Die Gebrauchsanweisung in 3 Sprachen ist hinterlegt (Deutsch/Englisch/Französich)
Die "Automatik-Gangschaltung" (Neutral-Mitte; Vorwärts-oben; Rückwärts-unten)
BELA-Wohnmobil, als 1. Elektro-Wohnmobil
Der Elektromotor

Reinhardt Ritter ist auch der Meinung, dass der chinesische Markt mehr Druck auf die deutsche Industrie ausübt, als niemand anders. In China läuft bereits jetzt schon sehr vieles mit Elektro. Deutschland ist da noch sehr langsam in der Entwicklung. Auch den 5km langen eHighway auf der A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt nennt er eher einen Rückschritt, als einen Fortschritt. Da der eHighway mit Oberleitungen fährt. In China ist es bereits so, dass die Omnibusse fast alle elektrisch fahren. 

Und auch er sagt ganz klar: „Ja, Leute, der Preis ist Wahnsinn. Aber was soll man machen? Ohne einen entsprechenden Absatz kann der Preis nicht reduziert werden. Und die Reichweite muss auch ausgebaut werden.“

Und damit muss ich ihm wirklich Recht geben. Erst, wenn der Absatz sich erhöht hat, dann werden die Fahrzeuge auch lukrativer. Zum Glück gibt es immer Leute, die als erstes auf diesen Zug aufspringen und von daher braucht man doch gar nicht über den Preis schimpfen.

Die Camping-Messen, wie hier die CMT, sind für das 1. Elektro-Wohnmobil „IRIDIUM“ ein guter Absatzmarkt. 30 Fahrzeuge können pro Jahr gebaut werden. Und ich bin mir sicher, dass die CMT 30 Neukunden für das Elektro-Wohnmobil hergibt.

Denn eins ist Fakt:

Das Elektro-Wohnmobil kommt. So wie auch die E-Autos auf dem Vormarsch sind. Auch, wenn es derzeitig für die meisten von uns das 1. Elektro-Wohnmobil unerschwinglich und die Reichweite für ein REISEmobil noch völlig indiskutabel ist, wird diese Entwicklung weitergehen. Und die Preise werden irgendwann sinken und die Reichweite wird sich ebenfalls erhöhen. Gegebenenfalls hat dies auch zur Folge, dass wir unsere „Reiseverhalten“ ändern. Vielleicht werden wir mehr Stopps einlegen müssen, da eine Aufladung des Akkus länger dauert, als das normale Tanken mit Kraftstoff. Vielleicht wird unsere Reise zu den Urlaubsort länger dauern, aber vielleicht sind wir dann auch entspannter, gerade weil wir mehr Pausen machen, die wir oft aus Zeitmangel vermeiden. Wir werden sehen, was kommt und wo die Entwicklung hingeht. Der Ausbau der Ladestationen geht immer weiter und deckt heute schon ein recht gutausgebautes Netz ab.

Ich habe jetzt auch keine Lust, eine Debatte über die seit 1962 durchgeführte Gewinnung von Lithium in Chile auszulösen. Ich möchte einzig und alleine nur über die Neuigkeit des 1. Elektro-Wohnmobil informieren.

Fazit:

Ich und bestimmt wir alle wissen, dass die Elektro-Mobilität kommt. Dafür sind alle Weichen gelegt. 

Ob ich mir ein Elektro-Wohnmobil jetzt kaufen würde, wenn ich es mir leisten könnte? Nein! Ich bin persönlich immer offen für technische Erneuerungen. Ich bin auch offen für E-Mobilität, aber nicht unter diesen Voraussetzungen des Lithiumabbaus. Solange ich dies noch abwehren kann, werde ich das tun. Außerdem warte ich bei Neuerungen immer erst die „Kinderkrankheiten“ ab.

Leider hat sich das mit Solarstrom betriebene Wohnmobil von Dethleffs nicht durchgesetzt. Auch andere Hersteller, die ähnliche E-Wohnmobile entwickelt haben, sind nicht auf den Markt gekommen. Nur die Lithiumbatterie, die hat es geschafft….

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