Dachzeltnomaden

Dachzeltnomaden
Dachzeltnomaden Festival 2018
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Dachzeltnormnaden

Unser Besuch bei den Dachzeltnomaden auf dem Dachzeltfestival 2018 in Stadtoldendorf in Niedersachsen

Als ich irgendwann mal von den „Dachzeltnomaden“ gehört habe, könnte ich mir darunter gar nichts vorstellen. 

Ich habe Campingerfahrung mit einem einfachen Kuppelzelt, dann mit einem Familienzelt. Der „Luxus“ kam mit einem Wohnwagen, der damals zwischenzeitlich auf einem Dauercampingplatz geparkt wurde. Da dies meiner Scheidung zum Opfer fiel, habe ich durch Frank, im Sommer 2010, das Wohnmobilfeeling kennengelernt. Somit dachte ich, bis auf Backpacker und Faltcaravan hab ich alles durch.

Pustekuchen….da gibt es noch die Dachzeltnomaden. Und das ist keine kleine Gemeinde. Aber eine eher unscheinbare, weil man sie nicht unbedingt auf einem Stell- oder Campingplatz antrifft.

Schon seit einiger Zeit habe ich mich mit dem Thema befasst. Nicht, dass wir jetzt vom Womolisten zum Dachzeltnomaden umsatteln. Nein, nein. Ich fand diese Art von Camping einfach nur interessant. 

Und interessant fand das Thema Dachzeltnomaden auch unser 4 Reifen und 1 Zelt-Team. Mein Schlüpfküken Joanna und ihr Freund Dennis sind ja mit ihrem Zelt unterwegs. Und die beiden könnte ich mir auch als Dachzeltnomaden vorstellen.

Aufgrund unserer Rezeptbücher für den Omnia-Backofen, wurden wir als Aussteller zum Dachzeltnomaden-Festival in Stadtoldendorf eingeladen. Leider hat uns der qm-Preis von 19,00 € aus den Latschen gehauen. Und da sammeln sich für eine 100qm-Fläche schon ziemlich viele Euros zusammen. Somit waren wir nicht als Aussteller bei den Dachzeltnomaden dabei. Aber als Besucher wollten wir an dem Spektakel ein wenig teilnehmen und haben uns dort mit Bekannten getroffen, die ebenfalls als Dachzeltnomaden unterwegs sind.

Im nachhinein waren wir ganz froh, dort nicht als Aussteller gewesen zu sein. Das Wetter war absolut mies! 

Aber dennoch haben wir sehr viele interessante Gespräche geführt und ich habe viel über das Campen der Dachzeltnomaden erfahren. 

Bei unserem Rundgang über das Dachzeltfestival mussten wir feststellen, dass es so viele verschiedene Variationen gibt. So viele unterschiedliche Fahrzeuge. Von Oldtimer bis Neufahrzeuge ist alles dabei. Natürlich haben hierbei die Off-Road-Fahrzeuge herausgestochen.

Ich bin ja so ein VW-Bulli-Fan und da war tatsächlich ein VW-Bulli mit Dachzelt. Diese Fahrzeuge sind für mich das Urgestein des Campings! Der Anblick zauberte mit ein Lächeln in Gesicht. Schade, dass die dazugehörigen Dachzeltnomaden nicht anwesend waren. 

Oldtimer mit Dachzelt
VW-Bulli mit Dachzelt
Dachzelt auf VW-Bulli
Dachezeltnormaden mit Oldtimer unterwegs

Dachzeltnomaden sind wirklich ein buntes Volk. Da gibt es Dachzelte in Soft oder auch mit Harttop. Dachzelte auf Anhänger oder direkt auf dem Autodach montiert. 

Dachzelt auf Anhänger
Dachzelte als Harttop
Eine bunt gemischte Menge

Viele Aussteller haben dort ihre Dachzelte vorgestellt. Und mal ehrlich: Wenn nicht auf einem Dachzeltfestival, wo sollte die Hersteller von Dachzelten sonst zu finden sein? Das Dachzeltfestival im Mammut-Park war das 2. Festival dieser Art. Viele Dachzeltnomaden haben diese Veranstaltung auch als Treffen wahrgenommen. 

Dachzeltnomaden Treffen
Ein Blick auf die Dachzeltnormaden

Und auch ich fand es faszinierend, an diesem Treffen teilzunehmen. Mal eine andere Seite des Campings kennenzulernen. 

Doch was ist so besonderes an Dachzeltnomaden? Na, zum einen auf jeden Fall deren Art zu campen. 

Dachzeltnomaden sind keine klassischen Camper, wie man sie sich vorstellt. Sie wollen nicht auf Campingplätze übernachten. Sie übernachten in der Natur.

Dachzeltnomaden können mit ihrem PKW problemlos über holprige Wege, enge Waldwege und durch Berge fahren. Mach´ das mal mit einem Wohnmobil. 

Somit können sie sich auch mal hinter einem großem Busch stellen, ohne dass sie auffallen.

Ruck zuck sind die Dachzelte auf- und abgebaut. Dadurch kann man auch mal sehr unauffällig irgendwo sein Zelt aufschlagen. Mit einem PKW, der ein Dachzelt auf dem Dach befestigt hat, ist sogar das Befahren eines Parkhauses möglich.

Nachteil ist natürlich, dass man mit seinem PKW nicht flexibel ist, wenn das Dachzelt aufgebaut ist.

Was ich persönlich als „großes“ No-Go empfinde, ist die fehlende Toiletten und Duschen. Vielleicht, weil ich diesen „Luxus“ auch gewohnt bin. 

Und um bei diesem Thema zu bleiben, habe ich dann Dachzeltnomaden gefragt, wie sie das mit dem Toilettengang lösen. „Mit Klappspaten“, war die spontane Antwort. Mein Blick war bestimmt wieder einmalig in diesem Moment. Deswegen kam auch gleich eine Erklärung hintergeht: „Die Leute, die einfach hinter dem Busch schei…, sind weder Dachzeltnomaden, noch Camper. Man buddelt sich nämlich mit dem Klappspaten ein Loch, verrichtet sein Geschäft und macht dann alles wieder zu.“  Klar, ganz easy. 

Und für nachts gilt, entweder raus in die Natur oder einen kleinen Eimer verwenden. Aber da es Nachts sehr ungemütlich ist, hinter den dunklen Busch zu gehen, behelfen sich einige wohl alternativ mit einem Eimer, den man mit Zeitungspapier auskleidet. Damit das alles nicht durchweicht, füllt man darauf entweder ein Granulat (welches auch in den Kinderwindeln drin ist) oder mit etwas Katzenstreu, was den Urin dann aufsaugt.

Es soll allerdings auch Dachzeltnomaden geben, die einen Porta-Potti dabei haben. 

Viele Dachzeltnomaden sind natürlich auch Offroad fasziniert. Im Mammutpark, wo das Dachzeltnomadenfestival 2018 stattfand, gab es eine Offroad -Stecke. Diese wurde viel benutzt. Zumal es noch ziemlich viel geregnet hat und die Piste dementsprechend nass und matschig war. Aber gerade das ist für die Offroader der Dachzeltnomaden der Spaß dran. Dafür haben einige, speziell für solche Offroad-Pistenfahrten, eine entsprechende Unterbodenplatte untergebaut haben. Und wenn man mal stecken bleibt? Dann kommt der Trecker!

Die Piste ist das Gegenteil einer Waschstrasse: Hier fährt man sauber rein und kommt mega dreckig wieder raus. 

Mitten durch ein Schlammloch - so fährt man Offroad
Solche Strecken lieben Offroader - schräg und matschig!

Dachzelte lassen sich schnell auf- und wieder abbauen. Das Material ist nicht mit dem der Bodenzelte zu vergleichen. Bodenfrost und auch die nächtliche Kälte, die vom Boden aufsteigt, sind beim Dachzelt kein Thema mehr. Ameisen und andere Krabbeltiere hat man nicht mehr so häufig im Dachzelt, wie auf dem Boden. 

Auch nimmt ein Dachzelt weniger Stauraum im Auto ein, weil es ja auf dem Dach montiert ist und nicht um Kofferraum verstaut werden muss.

Die Dachzeltnomaden lassen ihre Dachzelte gewöhnlich auf dem Autodach montiert. Aufgrund des Materials ist ein Dachzelt sehr witterungbeständig. 

Beim Rundgang über die Händlermeile konnten wir uns ein sehr gutes Bild über die Angebotspalette der Dachzelte und deren Zubehör machen.

Einige Dachzelte werden in Anhänger verbaut. Hat natürlich den Vorteil, dass man mit seinem PKW flexibler ist. oder das Autodach anderweitig, z.B. für einen Dachbox, verwenden kann. 

Die Matratzen in den Dachzelten sind auch ganz anderes gearbeitet. Optisch ähneln sie einer Isomatte. Aber aufgrund des Materials soll mandarauf sehr gut schlafen können und eine gute Polsterung ist gewährleistet. Ausprobiert haben wir das jetzt nicht, sondern nur von einem Händler gesagt bekommen.

Es gibt sogar Dachzelte als Luftzelte. Einfach aufblasen und schon steht das Ding. Auch dieses Dachzelt wird in einem passendem Anhänger verpackt und nicht auf dem Dach befestigt. 

Dieses Dachzelt ist in einem kleinem Anhänger verpackt.
Lediglich die grauen Rahmen muss mit Luft gefüllt werden.

Und weil auch in der Welt der Dachzeltnomaden nichts unmöglich ist, bekommt man auch noch die passende Couch dazu. Einfach aufblasen – hinstellen – fertig!

Aber eins kann ich sagen: Gemütlich ist anders! Diese Couch ist absolut nicht gemütlich. Sie sieht zwar lustig aus. Aber sie ist so etwas von hart. Na ja, vielleicht bin ich als Wohnmobilfahrer einfach nur verwöhnt…

Doch auch die Dachzeltnomaden sind nicht nur mit Dachzelt unterwegs. Einige Hersteller, wie die Firma „Caretta“ verbauen das Dachzelt auf eine Art Wohnwagen. Zumindest ist im Heck des Hängers eine kleine, gut ausgestattete Küche eingebaut. Im Hänger selber findet man einen kleinen Raum mit Matratze.

Die Küche ist mit Spüle und einem 1-Flammen-Brenner in sehr guter Höhe ausgestattet. Als Kühlschrank dient eine platzsparende Kühlbox. Und Stauraum in Form von Regalen sind auch ausreichend vorhanden. 

Küche mit viel Stauraum
Funktionale Spül-Koch-Kombination

Ich fand den Eindruck in diese Art von Camping wirklich aussergewöhnlich toll. Ich bin ja selber ein minimalistischer Typ. Und Dachzeltnomaden leben wirklich minimalistisch. Aber auch, wenn mich diese Art von Camping wirklich fasziniert hat, werde ich niemals zu den Dachzeltnomaden dazu gehören. Das hat zum einen gesundheitliche Aspekte, aber zum anderen auch „luxuriöse“. Ich genieß es wirklich, eine Toilette dabei zu haben. Und wenn die nicht wäre, dann müsste ich meinen Blog umbenenne…

Was wäre dann „4 Reifen & 1 Klo“???

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Bianca

Ich liebe nicht nur Camping - ich lebe es! Unser Traum ist es, in absehbarer Zukunft, wenn unsere Schlüpfküken alt genug sind um das Nest zu verlassen, im Wohnmobil zu leben und zu arbeiten. Momentan bin ich neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit bei einer Krankenkasse noch als Forschungsbeauftragte am Institut für Kinderentwicklung und zwischenmenschliche Beziehungen. Meine große Leidenschaft sind meine Family, das Kochen und das Reisen.
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